Wo investiert man wenn die Kurse fallen?

Ein Bärenmarkt oder Baisse wird traditionell definiert als eine Periode negativer Erträge auf dem breiteren Markt, in der die Aktienkurse um 20% oder mehr von den jüngsten Höchstständen fallen. Wenn Anleger glauben, dass dieser Markt kurz vor oder kurz vor seinem Eintreten steht, können mehrere Strategien eingesetzt werden. Der jeweils beste Ansatz hängt von der Risikobereitschaft des Anlegers, dem Anlagehorizont und den allgemeinen Zielen ab.

Wichtige Keynotes

  • Es gibt verschiedene Strategien, um mit einem Bärenmarkt umzugehen, der als anhaltende Perioden abwärts tendierender Aktienkurse definiert ist, die oft durch einen 20%igen Marktrückgang ausgelöst werden.
  • Die Auszahlung aller Positionen ist ein möglicher Lösungsansatz.
  • Der Kauf defensiver Aktien – großkapitalisierte, stabile Unternehmen, insbesondere solche, die sich mit Basiskonsumgütern befassen – ist eine andere.
  • Eine weitere Strategie besteht darin, auf Schnäppchenjagd zu gehen und die gedrückten Preise auszunutzen, um fundamental starke Aktien zu erwerben.

Der Ausverkauf

Eine der sichersten und extremsten Strategien besteht darin, alle Anlagen zu verkaufen und entweder Bargeld zu halten oder den Erlös in viel stabilere Finanzinstrumente, wie z.B. kurzfristige Staatsanleihen, zu investieren. Auf diese Weise kann ein Anleger sein Engagement auf dem Aktienmarkt reduzieren und die Auswirkungen des tobenden Bären minimieren. Die meisten, wenn nicht alle Anleger, haben jedoch keine Möglichkeit, den Markt genau zu timen.

Alles zu verkaufen, auch als Kapitulation bekannt, kann dazu führen, dass ein Anleger den Rebound verpasst und nach oben hin verliert. Für diejenigen, die von einem fallenden Markt profitieren wollen, können Short-Positionen auf verschiedene Weise eingegangen werden, einschließlich Leerverkauf, Kauf von Aktien eines inversen ETFs oder Kauf von spekulativen Verkaufsoptionen, die allesamt bei fallendem Markt an Wert gewinnen. Man beachte, dass jede dieser Short-Strategien auch eine Reihe einzigartiger Risiken und Einschränkungen mit sich bringt.

Im Bärenmarkt defensiv handeln

Für Investoren, die ihre Positionen auf dem Aktienmarkt halten wollen, werden in der Regel defensive Strategien verfolgen. Diese Art von Strategie beinhaltet Investitionen in größere Unternehmen mit starken Bilanzen und einer langen Betriebsgeschichte: Stabile, großkapitalisierte Unternehmen sind tendenziell weniger von einem allgemeinen Abschwung der Wirtschaft oder des Aktienmarktes betroffen, wodurch ihre Aktienkurse weniger anfällig für einen größeren Rückgang sind. Zu diesen so genannten defensiven Aktien gehören auch Unternehmen, die den Bedürfnissen von Unternehmen und Verbrauchern dienen, wie z.B. Lebensmittelhersteller (Menschen essen auch dann noch, wenn sich die Wirtschaft in einem Abschwung befindet) oder Hersteller anderer Grundnahrungsmittel wie Toilettenartikel.

Mit einer starken Finanzposition, einschließlich einer großen Cash-Position zur Deckung der laufenden Betriebsausgaben, haben diese Unternehmen eine größere Wahrscheinlichkeit, Abschwünge zu überstehen. Auf der anderen Seite sind es die risikoreicheren Unternehmen, wie z.B. kleine Wachstumsunternehmen, die typischerweise gemieden werden, weil sie weniger wahrscheinlich die finanzielle Sicherheit haben, die erforderlich ist, um Abschwünge zu überstehen. Eine wichtige Methode, um in der Defensive zu agieren, ist der Kauf von schützenden Verkaufsoptionen. Puts sind Optionsverträge, die dem Inhaber das Recht geben, aber nicht die Verpflichtung, eine bestimmte Sicherheit zu einem im Voraus festgelegten Preis am oder vor Ablauf des Vertrags zu verkaufen.

Wenn man also 100 Aktien des SPY S&P 500 ETF ab 250,00 € hält, kann man die 210 Strike-Puts kaufen, die in 6 Monaten verfallen und für die man die Optionsprämie (Optionspreis) bezahlen muss. Wenn der SPY auf 200,00 € fällt, behält man das Recht, Aktien zu 210,00 € zu verkaufen, was bedeutet, dass 210,00 € als Untergrenze festgelegt und weitere Verluste eingedämmt wurden. Selbst wenn der Preis des SPY auf 225,00 € fällt, kann der Preis dieser Verkaufsoptionen im Marktwert steigen, da der Ausübungspreis nun näher am Marktpreis liegt.

Im Bärenmarkt auf Schnäppchenjagd

Ein Bärenmarkt kann eine gute Gelegenheit sein, Aktien zu günstigeren Preisen zu kaufen. Die beste Art zu investieren kann eine Strategie sein, die als Dollar-Kosten-Mittelwertrechnung bezeichnet wird. Hier investiert man jeden Monat einen kleinen, festen Betrag, sagen wir 1.000 Euro, in den Aktienmarkt, unabhängig davon, wie düster die Schlagzeilen sind. Man investiert in Aktien, die einen Wert haben und die auch Dividenden zahlen; da Dividenden einen großen Teil der Gewinne aus Aktien ausmachen, macht ihr Besitz die Baisse kürzer und weniger schmerzhaft zu überstehen.

Auch die Diversifizierung des Portfolios mit alternativen Anlagen, deren Performance nicht mit (d.h. im Gegensatz zu) Aktien- und Anleihenmärkten korreliert, ist wertvoll. Wenn beispielsweise Aktien abstürzen, tendieren Anleihen dazu, zu steigen, da die Anleger nach sichereren Anlagen suchen, obwohl dies nicht immer der Fall ist.

Das Fazit

Dies sind nur zwei der häufigeren Strategien, die auf einen Bärenmarkt zugeschnitten sind. Das Wichtigste ist, zu verstehen, dass ein Bärenmarkt für Long-Anleger sehr schwierig sein kann, es sei denn, es handelt sich um einen Bärenmarkt, weil die meisten Aktien während der Zeit eines Bärenmarktes fallen und die meisten Strategien nur die Höhe des Verlustrisikos begrenzen, nicht aber beseitigen können.

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