Die Geschichte von Bytecoin – Geheimnisse und Pre-Mining

Die geheimnisvolle Geschichte von Bytecoin: Anonyme Gründer & dubioses Premining

Die Geschichte von Bytecoin ist für eine Kryptowährung, die sich auf Datenschutz und anonyme Transaktionen beruft, ziemlich unwürdig. Heutzutage ist Bytecoin an den meisten großen Börsen zu finden, doch seit seine Geschichte bekannt wurde, spielt die Kryptowährung nur noch eine untergeordnete Rolle.

Es begann 2012 – nicht 2014, wie die Entwickler ursprünglich und fälschlicherweise behaupteten – als erste Kryptowährung auf der Grundlage der inzwischen allgegenwärtigen Anwendung CryptoNote. Völlig unabhängig von dem ähnlich benannten Bitcoin wollte Bytecoin die Kryptowährung zu ihren Wurzeln zurückführen und den Benutzern eine wirklich anonyme Peer-to-Peer-Währung bieten.

Ein Blick in die Geschichte von Bytecoin und BTC

Um über die Ursprünge von Bytecoin (BCN) zu sprechen, müssen wir zunächst über die Ursprünge seines viel berühmteren und wertvolleren Cousins Bitcoin sprechen. In dem 2008 von der noch unbekannten Entität Satoshi Nakamoto verfassten Whitepaper wird Bitcoin als volksnahe Alternative zum traditionellen System der Nutzung vertrauenswürdiger Dritter, wie Banken, zum Geldtransfer von Person zu Person dargelegt. Tatsächlich wurde dieses neue Bitcoin als reines Peer-to-Peer-System konzipiert, das vertrauenswürdige Dritte von Regeln, die direkt in den Code geschrieben wurden, ausschließt. Theoretisch könnte Bitcoin zumindest ziemlich anonym von einer Person zur anderen übertragen werden, wobei nur die Blockchain und die beteiligten Personen davon wissen.

Dies beschwört Bilder von Cypherpunks hervor, die revolutionäre Geheimnisse handeln und Neo-Hippie-Kommunen bauen, welche durch Liebe und Frieden und viele, viele Kabel miteinander verbunden sind.

Die Realität war ganz anders. Zum ersten Mal wurde Bitcoin von den Usern genutzt, als es zum Zahlungsmittel der Darknet-Handelsplattform Silkroad wurde. Hier konnte gegen Bitcoin Drogen, Waffen und andere illegale Dige gekauft werden.

Das endgültige Scheitern der Silkroad(und ihrer Nachfolger) und die Beschlagnahmung von Millionen von Dollar an Bitcoin durch die US-Regierung offenbarten, dass das angeblich nicht zurückverfolgbare Bitcoin doch nicht so unauffindbar war. Mit ein wenig Recherche war es möglich, Bitcoin-Adressen und Zahlungen mit Online-Identitäten zu verknüpfen. Diese Online-Identitäten könnten dann mit den wirklichen Leuten hinter dem Bildschirm verknüpft werden, was zu Verhaftungen und Beschlagnahmungen führen würde.

CryptoNote

CryptoNote war ein Versuch, mit Privacy-Coins an den Erfolg von Bitcoin anzuknüpfen. Das CryptoNote-Whitepaper von 2013 verglich sich explizit mit Bitcoin und präsentierte sich als die Alternative im Datenschutz, da es mehrere Signaturen anstelle des einfacheren Systems von Bitcoin verwendet.

Bei den verknüpften Adressen von Bitcoin kommt es zu dem Problem, dass eine große Menge, aufwändiger Code-Implementierung notwendig ist. CryptoNote löst dieses Problem direkt.

“Classic Bitcoin addresses, once being published, become unambiguous identifiers for incoming payments, linking them together and tying to the recipient’s pseudonyms. If someone wants to receive an ‘untied’ transaction, he should convey his address to the sender by a private channel. If he wants to receive different transactions which cannot be proven to belong to the same owner he should generate all the different addresses and never publish them in his own pseudonym,”

Die CryptoNote Entwickler erklärten:

“We propose a solution allowing a user to publish a single address and receive unconditional unlinkable payments. The destination of each CryptoNote output (by default) is a public key, derived from recipient’s address and sender’s random data. The main advantage against Bitcoin is that every destination key is unique by default (unless the sender uses the same data for each of his transactions to the same recipient). Hence, there is no such issue as ‘address reuse’ by design, and no observer can determine if any transactions were sent to a specific address or link two addresses together.”

Die Idee zu Bytecoin

Bytecoin war die erste Kryptowährung, die den CryptoNote-Standard einführte und sich sofort als Bitcoin-Alternative für den Datenschutz präsentierte.

Der frühe Bytecoin-Entwickler Harry Ullman sagte CCN in einem Interview – welches per E-Mail geführt wurde, um seine Privatsphäre zu schützen -, dass Bitcoins Algorithmus mit CryptoNote als Basis für die Erstellung von CryptoNight optimiert wurde. Das Ziel waren nicht verknüpfte und damit verfolgbare Transaktionen.

“[Bitcoin’s] blockchain is a ledger open to anyone, which makes any payment traceable and linkable,” Ullman said. “However, we believe that financial privacy is an important feature of electronic cash. Your transactions history should not be accessible to third parties, no matter if it’s government or marketers. To address this issue Bytecoin has made sophisticated adjustments to the original cryptocurrency design. We were first to introduce both ring signature and one-time private keys.”

Die Geburtsstunde von Bytecoin

Die Geschichte von Bytecoin wird von Geheimnissen begleitet.
(Quelle: pexels.com)

Hier wird es unangenehm. Es gibt Meinungsverschiedenheiten in der Gemeinschaft der Privacy-Coins darüber, wann und von wem Bytecoin gegründet wurde und was die eigentlichen Ziele der Entwickler waren. Dies wird durch die Natur von Bytecoin als auf den Datenschutz ausgerichtete Währung erschwert.

In einem Reddit-Thread aus dem Jahr 2014 umreißt Riccardo Spagni, der Schöpfer der rivalisierenden Privacy-Coins Monero unter dem Pseudonym „fluffyponyza“ die Höhepunkte der bisherigen Debatte.

Die Bytecoin-Blockchain soll 2012 begonnen haben. In dieser Zeit wurden mehr als 80 Prozent der Münze gewonnen. Ein sogenanntes Pre-Mining, von 151 Milliarden der 184 Milliarden möglichen Münzen.

Wie ist das möglich, wenn das CryptoNote Whitepaper erst im Oktober 2013 veröffentlicht wurde?

Es gibt mehrere Möglichkeiten zu der Geschichte von Bytecoin ….

Die Bytecoin-Blockchain hätte gefälscht werden können, oder die CryptoNote-Entwickler hätten Bytecoin im Geheimen gründen können, vorab abgebaut und dann die Open-Source-Technologie mit einem großen Vorsprung ab 2014 für den Rest der Welt freigegeben.

“The blockchain was not publicly observable or observed for those two years,” schrieb fluffyponyza “We have no reason to believe it is true, and even if it was true it still means that ~151 billion of the 184 billion BCN (82%) were mined prior to its public release.”

Der Entwickler fügte hinzu, dass es weitere Fragen gibt, wer genau was, wann und warum geschrieben hat.

“Had the BCN network started in November (2013) nobody would be questioning it. Rather, it stands to reason, by all accounts, that the individual(s) behind the CryptoNote whitepaper either wrote the initial code and gave it to the Bytecoin developer(s) who then ran with this, falsified a blockchain (trivial), and released it publicly in March after blockchain falsification was complete,”

Er sagte außerdem:

“The BCN mining code shipped purposely crippled, presumably as a way of making the falsified blockchain seem legitimate. Not just weird or written by a cryptographer who doesn’t know how to optimise, but purposely crippled for slow mining…Did nobody care to optimise the hashing code in two years, not even to improve the amount of time it takes to download and verify a blockchain from scratch? I find that unlikely.”

Was lernen wir aus der Geschichte von Bytecoin?

Im November 2019, zum Zeitpunk dieses Schreibens, bei Bytecoin bei einem Preis von 0,00037194 US-Dollar bei einer Gesamtmarktkapitalisierung von etwas unter 68,5 Millionen US-Dollar. Sein berühmtester Wettbewerber, Monero, kostet 62,19 US-Dollar bei einer Marktkapitalisierung von etwas über einer Milliarde US-Dollar.

Das ist ausagekräftig, und es geht überraschenderweise nicht um die Geschichte von Bytecoin oder die jüngste Dominanz von Monero. Es beschreibt einen Markt, in dem Münzen, die auf die anonyme Geldüberweisung abzielen, Summen in Millionen und sogar Milliarden von Dollar aufbringen. Ob die Kontroverse um Bytecoin berechtigt ist, bleibt offen. Es ist jedoch klar, dass Privacy-Coins eine bedeutende Nische in der Krypto-Welt erobert haben, und ihr Einfluss wird weiter zunehmen.

Video Tipp

Carsten Hack

Als Blockchain Enthusiast und Finanzfachmann beschäftige ich mich mit Kryptowährungen seit einer Zeit, zu welcher der Bitcoin noch 600 Euro wert war. Im Laufe der Jahre habe ich viel über die Technik und das Umfeld gelernt und möchte dieses Wissen durch Satoshi-Sushi weitergeben.

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