Wenn wir auf dem Devisenmarkt oder anderen Märkten handeln, wird uns oft von einer gemeinsamen Geldmanagementstrategie erzählt, die verlangt, dass der durchschnittliche Gewinn höher sein muss als der durchschnittliche Verlust pro Handel. der Erfolg lässt sich mit zwei Methoden berechnen: APPT und Gewinn/Verlust-Verhältnis. Es ist leicht anzunehmen, dass ein solcher allgemeiner Ratschlag wahr sein muss. Wenn wir uns jedoch das Verhältnis zwischen Gewinn und Verlust genauer ansehen, wird klar, dass die „alten“, allgemein verbreiteten Vorstellungen möglicherweise angepasst werden müssen.

Wichtige Keynotes:

  • Händler betrachten das Gewinn/Verlust-Verhältnis – d.h. das Verhältnis der Größe von Gewinntrades zu Verlierern – oft als ein Zeichen von Erfolg und Rentabilität.
  • Ein Gewinn/Verlust-Verhältnis von mehr als 2:1 wird oft angestrebt, aber diese einfache Metrik kann etwas irreführend sein, da einige Trades von Natur aus risikoreicher sind als andere.
  • Der durchschnittliche Gewinn pro Handel (Average Profit per Trade, APPT) ist vielleicht ein besseres Maß für Handelsgeschick, da es die statistische Wahrscheinlichkeit berücksichtigt, dass ein Handel profitabel sein wird.

APPT vs. Gewinn/Verlust-Verhältnis

Ein Gewinn/Verlust-Verhältnis bezieht sich auf die Größe des durchschnittlichen Gewinns im Vergleich zur Größe des durchschnittlichen Verlusts pro Handel. Wenn z.B. der erwartete Gewinn 900 Euro und der erwartete Verlust 300 Euro für ein bestimmtes Geschäft beträgt, ist das Gewinn/Verlust-Verhältnis 3:1 – das sind 900 Euro geteilt durch 300 Euro.

Viele Handelsbücher und „Gurus“ befürworten ein Gewinn/Verlust-Verhältnis von mindestens 2:1 oder 3:1, was bedeutet, dass für jede 200 oder 300 € Gewinn, die man pro Handel macht, der potenzielle Verlust auf 100 € begrenzt werden sollte.

Auf den ersten Blick würden die meisten Menschen dieser Empfehlung zustimmen. Sollte nicht schließlich jeder potenzielle Verlust so klein wie möglich und jeder potenzielle Gewinn so groß wie möglich gehalten werden? Die Antwort lautet, nicht immer. Tatsächlich kann dieser allgemeine Ratschlag irreführend sein und dem Handelskonto Schaden zufügen.

Der pauschale Ratschlag, ein Gewinn/Verlust-Verhältnis von mindestens 2:1 oder 3:1 pro Handel zu haben, ist übertrieben einfach, weil er die praktischen Gegebenheiten des Devisenmarktes (oder anderer Märkte), den Handelsstil des Einzelnen und den Faktor der durchschnittlichen Rentabilität pro Handel (APPT) des Einzelnen, der auch als statistische Erwartung bezeichnet wird, nicht berücksichtigt.

Durchschnittliche Rentabilität pro Handel (APPT)

Die durchschnittliche Rentabilität pro Handel (Average Profit per Trade, APPT) bezieht sich grundsätzlich auf den durchschnittlichen Betrag, den man pro Handel gewinnen oder verlieren kann. Die meisten Menschen konzentrieren sich so sehr darauf, entweder ihre Gewinn-/Verlust-Verhältnisse auszugleichen oder auf die Genauigkeit ihres Handelsansatzes, dass sie sich nicht bewusst sind, dass ein größeres Bild existiert: Die Handelsleistung hängt weitgehend von dem APPT ab.

Dies ist die Formel für die durchschnittliche Rentabilität pro Handel:

APPT = (PW×AW) – (PL×AL)

dabei gilt:
PW = Gewinnwahrscheinlichkeit
AW = Durchschnittlicher Gewinn
PL = Wahrscheinlichkeit des Verlusts
AL = Durchschnittlicher Verlust

Lassen wir uns das APPT der folgenden hypothetischen Szenarien untersuchen:

Szenario A

Nehmen wir an, dass von zehn Trades, die man platziert, man bei drei davon Gewinne erzielt und bei sieben einen Verlust realisiert. Die Wahrscheinlichkeit eines Gewinns beträgt daher 30% oder 0,3, während die Wahrscheinlichkeit eines Verlusts 70% oder 0,7 beträgt. Der durchschnittliche Gewinn bei einem Handel macht 600 Euro, während der durchschnittliche Verlust 300 Euro beträgt.

In diesem Szenario ist der APPT:

(0,3 * 600 €) – (0,7 * 300 € )= -30 € (0,3 * 600 €) – (0,7 * 300 €) = -30 € (0,3 * 600 €) – (0,7 * 300 €) = -30 €

Wie man sieht, ist der APPT eine negative Zahl, was bedeutet, dass man bei jedem Handel, den man tätigt, wahrscheinlich 30 Euro verliert. Das ist ein Verlustgeschäft!

Auch wenn das Gewinn/Verlust-Verhältnis 2:1 ist, führt dieser Handelsansatz in nur 30 % der Fälle zu gewinnenden Trades, was den vermeintlichen Vorteil eines Gewinn/Verlust-Verhältnisses von 2:1 zunichte macht.

Szenario B

Betrachten wir nun das APPT eines Handelsansatzes, der ein Gewinn/Verlust-Verhältnis von 1:3 hat, aber mehr gewinnende als verlierende Geschäfte aufweist. Nehmen wir an, dass man von den 10 Geschäften, die man platziert, bei acht von ihnen Gewinne erzielt und bei zwei Geschäften einen Verlust realisiert.

Hier ist das APPT:

(0,8 * 100 €) – (0,2 * 300 €) = 20 € (0,8 * 100 €) – (0,2 * 300 €) = 20 € (0,8 * 100 €) – (0,2 * 300 €) = 20 €

In diesem Fall ist der APPT, obwohl dieser Handelsansatz ein Gewinn/Verlust-Verhältnis von 1:3 aufweist, positiv, was bedeutet, dass man mit der Zeit profitabel sein kann.

Wege, um profitabel zu werden

Beim Handel auf dem Devisenmarkt gibt es keinen einheitlichen Geldmanagement- oder Handelsansatz. Traditionelle Ratschläge, wie z.B. sicherzustellen, dass der Gewinn höher ist als der Verlust pro absolutem Handel, haben in der realen Handelswelt keinen wesentlichen Wert, es sei denn, man hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, einen Gewinnhandel zu realisieren. Was zählt, ist, dass der APPT positiv ausfällt und dass die Gesamtgewinne höher sind als die Gesamtverluste.

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